CABRIO mit HEIKE PILLEMANN und ERNST HECKELMANN
Ausstellungsdauer bis 16. Januar 2016
 

Cabrio
Heike Pillemann und Ernst Heckelmann, Cabrio, 2015
Mischtechnik auf Papier, 42 x 59 cm
CabrioHeike PillemannHeike PillemannHeike PillemannErnst HeckelmannErnst HeckelmannErnst HeckelmannHeike Pillemann und Ernst HeckelmannHeike Pillemann und Ernst Heckelmann



Anders als in unserer Reihe Rencontre, hat sich Heike Pillemann weniger ein Gegenüber als einen Mitstreiter ausgesucht. Mit Ernst Heckelmann verbindet sie nicht nur eine langjährige Künstlerfreundschaft, die bereits in diverse künstlerische Kooperationen mündete, sondern vor allem ein ganz spezieller, offener Blick auf die Dinge um sie herum.

Diesen in den lapidaren, scheinbar nebensächlichen, absurd-schönen Details des Alltags verhaftenden Blick in der Galerie sichtbar zu machen, war eine der grundlegenden Ideen für das jetzige Ausstellungsprojekt und gleichzeitig ein schwierig zu kalkulierendes Wagnis. Denn was sich einem beim Besuch der Ateliers von Heike Pillemann und Ernst Heckelmann im ersten Moment erschließt, lässt sich an anderem Ort – noch dazu dem neutralen Ausstellungsraum – kaum rekonstruieren, ohne im besten Falle konstruiert zu wirken. Ein Reenactment kam also nicht in Frage. Gleichzeitig gibt es bei beiden Künstlern diese vielen kleinen Dinge, Karten, Zettel, Ausschnitte, Kommentare etc. Zum Teil sind es selbstgestaltete Impulse, zum Teil gefundenes Material, das in seiner Auswahl eine eigene Aussage bekommt. Vieles ist – von Künstlerhand detourniert – meist mit Humor in einen anderen Zusammenhang gebracht worden. Die Verbindung zwischen diesem ebenso wilden wie leichtfüßigen Kosmos und den Werken selbst, wie wir sie später ordentlich gerahmt an der Wand sehen, ist nie direkt. Vielmehr entsteht ein assoziatives Netz aus Bildanlässen, das einen bei beiden Künstlern ähnlichen Zugang erahnen lässt, der in den Werken selbst vielleicht nicht unmittelbar ablesbar ist.
Denn während Heike Pillemann die kleinen Themen des Lebens in figürlichem Gestus aufs Papier bringt, setzt Ernst Heckelmann eher die großen, romantisch besetzten Sehnsuchtsorte, seien es Palmen, Berglandschaften, Schwäne oder kaputtgeliebte Kuscheltiere, expressiv und bildgewaltig in Szene. Und so bestehen die Gemeinsamkeiten vor allem in der Haltung, die Ernsthaftigkeit mit Unbefangenheit verbindet und Unerhörtes nicht nur zulässt, sondern sucht. Das Moment des Scheiterns weniger als Damoklesschwert denn als Chance begreifend ist diese Suche keine Tour de Force, sondern ein – in diesem Fall gemeinsamer – Ausflug mit dem Cabrio, beschwingt und mit offenem Ausgang.

Im Nebensächlichen stecken Wegweiser für aufregendes Neuland. 
Heike Pillemann

Ich will, dass man meine Liebe zu dem Ding sieht, das ich male. 
Ernst Heckelmann